Historische Reiseberichte
Auszug aus dem Reisebericht des italienischen Geistlichen Domenico Laffi
aus dem Jahr 1673:
"Am Morgen gehen wir zu einem Städtchen, das "Ferre ros" (Ferreiros)
heißt, zwei Leguas entfernt, und anschließend kommen wir nach Amenal (Al
Menar), eine Strecke von drei , wenn auch kurzen Leguas.....Wir gingen
weiter voran, bis wir an eine Quelle kamen, an der wir uns erfrischten und
unsere Kleidung wechseln, weil wir uns in der Nähe Santiagos wussten. Wir
verließen die Quelle und stiegen während einer halben Legua hinan, bis zum
Gipfel eines Hügels, der sich Monte del Gozo (Monte del Gaudio) nennt, von
wo aus wir das so ersehnte und begehrte Santiago (San Giacomo) in ungefähr
einer halben Legua Entfernung erblickten.
Als wir es sahen, fielen wir auf die Knie , vergossen Freudentränen und
sangen das "Te Deum", wir konnten aber nur zwei oder drei Bibelverse
aussprechen denn der Tränenestrom, der aus unseren Augen floss, war so
ungestüm, dass unser Herz bebte, und das ständige Schluchzen zwang uns, den
Gesang zu unterbrechen, bis wir endlich vom Weinen, das jetzt langsam
aufhörte, die nötige Linderung erfuhren, so dass wir das angefangene "Te
Deum" wieder anstimmen konnten. Singend setzten wir den Abstieg fort, bis
wir zum Marktflecken kamen, der prächtig und groß ist, und andauernd im
Bau. ..."
(aus: Praktischer Pilgerführer; 8. Auflage; Authoren: M. B. Lozano,
Verlag: Editorial Everest, Leon, Spanien; S.241; 2002)
Auszug aus dem Reisebericht ("Liber peregrinationis") des
Geistlichen Aymeric Picaud aus dem Jahr 1130:
"Die Dienstmägde der Wirtsleute am Wege nach Santiago, welche,
aus Spaß an der Verführung und auch um Geld zu verdienen, nachts, auf
Eingebung des Teufels, in die Betten der Pilger zu steigen pflegen, sind
überaus tadelnswert. Die unwegsamen Stellen zwischen Portomarin und Palas
de Rei entgegen gehend, müssten nicht nur exkommuniziert, sondern auch von
allem entblößt und, nachdem man ihnen die Nasen abgeschnitten hat, zum
Spott des Volkes öffentlich an den Pranger gestellt werden."
(aus: Praktischer Pilgerführer; 8. Auflage; Authoren: M. B. Lozano,
Verlag: Editorial Everest, Leon, Spanien; S.221; 2002)
